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by  Hans Engels

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Stand: 01.01.2009

 

Ecstasy

 

Einführung in das Thema

In den letzten Jahren ist der Konsum von Ecstasy unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen rapide angestiegen.
Diesem Phänomen stehen besonders Eltern und Lehrerinnen meist ratlos gegenüber.
Zusätzlich führen mangelnde Informationen und eine teils dramatisch aufgemachte Berichterstattung in den Medien zu einer wachsenden Verunsicherung und Hilflosigkeit bei den Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen.

 

 

Der Begriff  "Ecstasy"

Der Begriff "Ecstasy" stammt aus der amerikanischen Drogenszene. Er wurde 1972 erstmals von Betreibern eines illegalen Drogenlabors in Kalifornien für den Vertrieb des illegal produzierten Stoffes MDMA verwendet.

 

Der Begriff  "Liquid Ecstasy"

Liquid Ecstasy hat trotz des Namens nichts mit Ecstasy zu tun. Die in der Konsumform farblose, leicht aufflockende Flüssigkeit wird meist in kleinen Flaschen von 5-10ml verkauft. Außerdem ist diese Flüssigkeit geruchlos und schmeckt leicht salzig.
Liquid Ecstasy enthält GHB (Gamma Hydroxy Buttersäure), die bis zu einer Stunde berauschend wirkt. Der Rausch ist ähnlich dem des Alkohols und führt später zu einer angenehmen Müdikeit.
Während des Rausches sind Sinneseindrücke verstärkt und von gehobener sexueller Leistungsfähigkeit wird berichtet, weswegen GHB auch oft als Aphrodisiakum angeboten wird.

 

Bestandteile von "Ecstasy"

Die Bezeichnung "Ecstasy" wurde ursprünglich für das Amphetamin MDMA ( Methylendioxy-N-meamphetamin) verwendet, beinhaltet inzwischen aber verschiedene Amphetamine.

Die zumeist Pillen oder Kapseln bestehen aus folgenden Substanzen:

MDMA bewirkt die Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin

MDA (Methylendioxyamphetamin) hat eine stärkere halluzinogene Wirkung als MDMA

2CB (Psychostimulans mit halluzinogener und aphrodisierender Wirkung, die sehr dosisabhängig ist)
Paracetamol (Schmerzmittel)
Ephedrin (Psychostimulans)
Koffein (anregendes Mittel)
Placebos (kein Wirkstoff)

Manchmal sind Ecstasypillen auch mit "Schore" gefüllt.
Man erkennt es daran, dass auf den Pillen viele kleine grau-braune Flecken sind. Dies ist in pulverartiger Form der Rest von verflüssigtem Heroin.

Alle illegalen Bestandteile sind mit Mescalin und Metamphetamin strukturell verwandt, entfalten vergleichbare Wirkungen und greifen in das Serotoninsystem ein.

 

Seit wann ist "Ecstasy" bekannt?

MDMA, das ursprüngliche Ecstasy, kommt als Einzelsubstanz nicht in der Natur vor, es ist jedoch Bestandteil der Muskatnuss, deren berauschende Wirkung bereits seit mehreren Jahrhunderten bekannt ist.

Die erstmalige Synthese von MDMA gelang dem deutschen Chemiker HABER 1898 im Rahmen seiner Doktorarbeit.
Die deutsche Pharmafirma MERCK erwog 1914 die Produktion von MDMA als Appetitzügler, um die bekannte, hungerunterdrückende Wirkung von Amphetaminen auszunutzen. Ein größerer Markteinsatz kam jedoch nicht zustande, voraussichtlich aufgrund der besonderen psychoaktiven Wirkung der Substanz.

Erst Mitte der 60er Jahre erlangte MDMA wieder größere Bedeutung, als der US-Chemiker Alexander SHULGIN im Rahmen zahlreicher Selbstversuche mit psychoaktiven Substanzen und ausführlichen Beschreibungen seiner diesbezüglichen Erfahrungen diesem Wirkstoff größere Aufmerksamkeit schenkte.

In Verbindung mit der Techno- und House-Szene gelangte MDMA in der zweiten Hälfte der 80er Jahre von Besuchern größerer Techno-Raves auch außerhalb von Großbritannien und ist, vor allem auf Ibiza, eingenommen worden und von dort aus bald auch nach Deutschland gelangt.

Seit dem 1.8.1986 ist der Erwerb, Besitz und Handel mit Ecstasy bzw. dessen Wirkstoffen nach Maßgabe des § 29 des Betäubungsmittelgesetzes strafbar.

Der alleinige Konsum von Betäubungsmitteln ist jedoch nicht strafbar, da es sich dabei um eine reine Eigengefährdung handelt.

 

Wirkung und Wirkungsverlauf

Ecstasy hat eine energetisierend-antriebssteigernde Wirkung.
Gleichzeitig wirkt es auch entspannend und wohltuend auf den menschlichen Organismus. Man rechnet die Droge zu einer eigenen Stoffgruppe, den Entactogenen.
Der Begriff " Entactogen" bedeutet soviel wie "im Inneren ein Gefühl erzeugend".
Das Entactogen MDMA  erleichtert somit den Kontakt zu eigenen Gefühlen, andererseits wird der Kontakt zu anderen Menschen nach Einnahme der Substanz gefördert.
Der Begriff "Entactogen" spricht somit auch "sozialisierende" Wirkung von Ecstasy an: Erfahrungen scheinen intensiver, Hemmschwellen nehmen ab, ein Bedürfnis nach sozialem Kontakt entsteht oder wird verstärkt; Ecstasy fördert häufig die Selbstakzeptanz und das Selbstwertgefühl des Konsumenten.
Die Besonderheit in der Wirkung von Ecstasy liegt in dem unvermittelten Auftreten von Verliebtheitsgefühlen.

In neuerer Zeit ist Ecstasy mit der großen Beliebtheit und Verbreitung der Techno/House-Musik als "Tanzdroge" ungemein populär geworden.

 

Die Aufnahme durch den Körper ist am schwierigsten, wenn eine Substanz, wie Ecstasy, geschluckt wird. Durch die Aufnahme im Magen werden, bedingt durch das dortige saure Milieu, schon viele Substanzen zerstört.
Auch in der Leber und durch die Galle, den Darm und die Niere wird ein Großteil des Stoffes inaktiviert oder ausgeschieden. Bedingt durch die Fettlöslichkeit der Substanz MDMA gelangt der restliche Teil über den Blutstrom und das Blutplasma in das Gehirn, dem Wirkort von Ecstasy.

Die Psychoaktivität vollzieht sich folglich in erster Linie im Gehirn.
Primärer Anriffspunkt ist im limbischen System, das als Hauptaufgabe die Steuerungen der Emotionen hat. Durch die Aufnahme werden im Gehirn vermehrt Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn) Serotonin und Noradrenalin freigesetzt. Das "Stresshormon" Noradrenalin mobilisiert in großem Umfang körpereigene Energien, die sonst nur in Ausnahmesituationen freigesetzt werden.

Serotonin ist für vielfältige Bereiche des menschlichen Organismus, besonders aber für den Gefühlsbereich zuständig.
Ecstasy wirkt auch auf das motorische Zentrum im menschlichen Organismus. Durch die Bindung der Substanz an die Vorgänge im menschlichen Organismus verändert sich die Funktion derselben und löst dadurch die Drogenwirkung aus.

Die Wirkung von MDMA ist auf 4 bis 6 Stunden begrenzt. Trotz starker entactogener Effekte bleibt die Selbstkontrolle bei den Konsumenten nach Einnahme weitestgehend erhalten. Die positiven Effekte des Wohlgefühls sind schon nach erstmaligem Gebrauch erreichbar. Die erste Erfahrung mit Ecstasy wird von den Anwendern im Nachhinein oft als intensivstes Ecstasyerleben dargestellt.

In der Regel treten nach ca. 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme von MDMA erste Effekte auf, die bald vorübergehen und der Hauptwirkung weichen:
Die erste Phase zeichnet sich in einigen Fällen durch eine kurze Periode von Desorientiertheit und Angstgefühlen aus. Ein Kribbeln im ganzen Körper stellt sich ein. Es kann auch ein Wärmegefühl auftauchen, das den Körper durchflutet und zumeist in den Händen und Armen beginnt.

Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, es kann zu Zittern kommen, die Atemfrequenz und der Sauerstoffbedarf nehmen zu und die Bronchien erweitern sich. Durch diese Erweiterung kommt es oft vor, dass konsumierende Raucher nach der Einnahme der Droge besonders stark rauchen.

Weitere Symptome sind ein trockener Mund, erweiterte Pupillen, Übelkeit oder ein Gefühl der Beklommenheit.
Das Sehen ist beeinträchtigt und das Hören ist vermindert.

Auf die eher unangenehmen Anfangssymptome folgt dann die Hauptwirkung von Ecstasy, die als Gefühl von Glückseligkeit und Euphorie beschrieben wird. Die Konsumenten fühlen sich weniger gehemmt und im Kopf entsteht ein Gefühl von Klarheit.
Wahrnehmungen, etwa von Musik, des Körpers, von Tanz etc. werden intensiver. Berührungsempfindungen nehmen zu und Schmerzen werden durch das Paracetamol weniger stark wahrgenommen.
Barrieren, wie sie häufig zwischen Menschen auftreten, fallen mit der Wirkung der Droge weg, der Wunsch nach Gesellschaft und Kommunikation tritt in den meisten Fällen auf.
Häufig finden Gespräche in besonderer Vertrautheit statt.

Nach ca. 3 bis 4 Stunden beginnt die Hauptwirkung der Droge kontinuierlich abzunehmen. Der MDMA-Gebrauch klingt in der Regel sanft (mellow) aus.

 

Risiken, Gefahren, Neben- und Nachwirkungen

Es gibt häufig auch negativ erlebte Effekte kurz nach der Einnahme der Droge, wie z.B. Bluthochdruck, Schwitzen, Kiefermalen, Muskelkrämpfe, Schwindelgefühl und Herzrasen. Auch "ungewöhnliche Reaktionen", wie z.B. Augezittern, visuelle Halluzinationen oder Angstgefühle können auftreten. Insbesondere in Zusammenhang mit einem exzessiven Nacht- und Partyleben können folgende Nacheffekte der Drogeneinnahme vorkommen:
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, sowie Erschöpfung, Müdigkeit und depressive Gefühle. Nagativgefühle sind in hohem Maße auch von der Dosierung und der Qualität der Substanz abhängig.

Das Eintreten solcher Folgeeffekte des Ecstasyrausches sind jedoch auch abhängig davon, ob genügend Zeit besteht, nach der intensiven und somit auch anstrengenden Drogenerfahrung zu entspannen und ob genügend Zeit zur Verarbeitung der Erlebnisse besteht. Die im Rausch gemachten Erfahrungen wirken häufig in den Alltag hinein.

Grundsätzlich hängt die Wirkung eines Rauschmittels von verschiedenen Bedingungen ab, insbesondere aber von:

- der seelischen und körperlichen Verfassung der Person;
- den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen;
- dem Wirkstoff der Droge selbst und dessen Dosierung.

Der Konsum von Ecstasypillen birgt alle bekannten Probleme bzgl. der Einnahme illegaler Drogen. Die Produktion dieser Drogen wird nicht durch staatliche Qualitätskontrollen überprüft, die Inhaltsstoffe sind für den konsumenten ebenfalls nicht überprüfbar, Reinheitsgrad und mögliche Beimengungen sind ungewiss.

In einer Pille können MDMA, weitere Amphetaminpräparate und sonstige psychotrope Stoffe enthalten sein. Die einzelnen Substanzen unterscheiden sich in ihrer Wirkung und Nebenwirkung zum Teil erheblich. Für Personen, welche Bluthochdruck- oder Herzrythmusstörungen haben, an Asthma oder spastischer Bronchitis leiden, Leberfunktionsstörungen aufweisen und insgesamt in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt sind, sind mit der Einnahme von MDMA deutlich größeren Risiken ausgesetzt.

Da MDMA das Müdigkeitsgefühl unterdrückt, kann häufige Einnahme Schlafstörungen (und somit auch Paranoia) begünstigen.
Diese können sich wiederum negativ auf die körperliche und seelische Gesamtstabilität auswirken, zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führen und die seelische Belastbarkeit beeinträchtigen.

Aufgrund der Beeinträchtigung des Schlaf- und Wachrythmus und des Einflusses von MDMA auf das körpereigene Serotoninsystem, welches für das seelische Wohlbefinden eine erhebliche Bedeutung hat, kann mehrfacher, vor allem aber exzessiver Ecstasykonsum zu behandlungsbedürftigen psychischen Störungen führen. In Phasen seelischer Labilität oder bei bekannten psychischen Problemen größeren Ausmaßes ist Ecstasykonsum hochriskant, die seeliche Krise kann sich deutlich verschärfen.

 

Abhängigkeit

Körperliche Abhängigkeiten von Ecstasy oder dessen Substanzen sind nicht bekannt. Das psychische Abhängigkeitspotential ist daher aufgrund der als intensiv erlebten entactogenen Wirkungen und der Begleitumstände des Drogengebrauches bei manchen Personen zweifellos erhöht.

 

 

 

 

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