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by  Hans Engels

Nico-Net

Ihr Wegbereiter ins "soziale" Internet
Stand: 01.01.2009


Sozialpädagogische Beratung und Hilfe bei der Erziehung junger Menschen

Irgendwann zwischen elf und fünfzehn Jahren beginnen bei Jungen und Mädchen eigentümliche Erfahrungen und Gefühlsweisen in deren Erleben einzudringen. Sie fühlen sich auf einmal aufgewühlt, verstehen sich und die Welt nicht mehr.

Ihre Gefühle geraten durcheinander: Phasen von aggressiven Durchbrüchen wechseln mit dunklem Weltschmerz ab, sie fühlen sich nicht mehr verstanden, von den Eltern verstoßen. Sie liegen auf ihrem Bett herum, hören Musik, starren ins Leere oder weinen auch einfach still vor sich hin. Sie ziehen sich zurück, auch im körperlichen Bereich setzen merkwürdige Veränderungen ein. Eine hormonale Umstellung beschleunigt das Wachstum, die Stimme verändert sich, beim Jungen stellen sich die ersten Anzeichen des Bartwuchses ein, die Genitalien nähern sich bei beiden Geschlechter den Formen der Erwachsenen, sexuelles Interesse überflutet oft gewaltig alles Denken und Fühlen. Onanie nimmt oft bei beiden Geschlechtern zwanghaft zu. Im Grunde ist das ja alles hinreichend bekannt für den, der es selber erlebt hat.

Wichtig ist nun, daß sich auch in der Beziehung zwischen Kind und Eltern Entscheidendes verändert !

Das Kind erkennt plötzlich, vielleicht mit Erschrecken, vielleicht aber auch mit Erleichterung, daß der Vater gar nicht der großartige Mann ist, der alles kann, stark und sicher ist, und daß er vielleicht statt dessen ganz schön unter dem  Pantoffel steht. Auch die Mutter erscheint nicht mehr so als die gütige und liebe Frau, sie kann sehr gemein und hinterhältig sein, und makellos ist sie wohl auch nicht.

Es setzt eine große Desillusionierung ein, die Werte von gestern geraten ins Wanken.

Das die Lehrer trübe Tassen sind, das haben sie ja immer gewußt, daß sie aber solche Flaschen sind, wird den Pubertierenden erst jetzt klar (selbstverständlich ist hier keine Entwertung des Lehrerstandes beabsichtigt), und der Kaplan scheint auch nicht so zu sein wie er immer tut.

Es kommt zu Heftigkeiten zwischen dem Kind und den Eltern, es will nicht mehr so, wie diese das bisher gewohnt waren. Es lehnt sich auf, übt Kritik, oft sehr hart und unerbittlich. Der Vater ist nicht mehr Amtmann bei Gericht, er ist vielmehr ein bekackter Bürokrat, sein Auto ist eine alte Scheißkarre, und den Fraß, den die Mutter kocht, den kann sie gefälligst selber fressen - von der will ich überhaupt nichts mehr. Was die für Blusen trägt und die Frisur, und einen Hängebauch hat sie auch.

Natürlich ist das auf beiden Seiten nicht sehr erfreulich, und die Emotionen schwappen über. In der Schule gibt es einen Leistungsknick, Aufgaben werden mit der linken Hand gemacht oder gar nicht. Und je lauter die Mutter schreit: "Du machst mir jetzt Deine Aufgaben", je hartnäckiger macht das Kind sie nun gerade nicht. Der Vater sperrt seinen Sohn ein - der Sohn liest im Comic, wenn Provozierenderes nicht greifbar ist. Sohnemanns Haare werden lang, die Tochter läßt sich einen lila Streifen ins Haar färben, die Jeans werden mit bunten Flicken benäht oder die gerade neu gekauften modisch eingeschnitten, der Sohn latscht auf den ältesten Turnschuhen durch Wind und Wetter.

Der Briefträger bringt den Blauen Brief, und Vati flattert eine Vorladung zum Schulleiter auf den Tisch. In diesem Haus ist die Stimmung äußerst geladen. Entweder wird gebrüllt, oder niemand spricht auch nur ein Sterbenswort. Die normale Kommunikation ist erloschen - die alten intrafamiliären Machtstrukturen sind hoffnungslos zusammengebrochen.

Und genau das ist der Sinn der Veranstaltung.

Aber auch die Eltern sind nicht untätig. Vater sperrt das Taschengeld, der Sohn beginnt zu rauchen, die Mutter bügelt der Tochter die Bluse nicht mehr, die Tochter schleppt den ersten Scheich an, natürlich eine absolute Katastrophe, weil er zu Hause den gleichen Ringelpietz hat und sich entsprechend hergerichtet aufspielt. Und nun beginnen die endlosen gegenseitigen Vorwürfe.

Mutter weint, was sie alles für ihren Jungen getan habe, und wie schwer die Geburt gewesen sei, daß sie nun ständig Herzschmerzen habe und zum Arzt müsse, von der Schlaflosigkeit einmal ganz zu schweigen - Vater schreit auf seine Lieblingstochter ein, womit er wohl so eine schräge Puppe verdient habe, die ihm als Gerichtsbeamten solche Typen anschleppe. Dafür kontert der Sohn, sein Alter sei verkalkt und zum Kotzen, die Mutter solle sich gefälligst ins Spind verkriechen, und der ganze Kotz in dieser Bude hänge ihm zum Halse raus, worauf die Mutter wieder mit der Aufzählung all dessen beginnt, was sie für ihr liebes Kind getan habe.

Wir sahen:

in diesem turbulenten Geschehen kämpfen zwei Parteien ums Überleben. Das Kind kann seine Kindheit nur gesund überleben, wenn es sich von ihr löst, und von einem Liebgewordenen kann man sich nur lösen, wenn man es entwertet. Die Eltern fühlen ihre eigene Identität, die sie bislang getragen hat, existentiell bedroht, und deshalb wehren sie sich gegen den Aufstand des Kindes, der ihren bisherigen Lebenswandel in Frage stellt.

Damit ringen beide Kampfparteien um eine neue Identität, nachdem sie unter Schmerzen erkannt haben, daß die alte auf beiden Seiten nicht mehr trägt. Insbesondere die Eltern müssen erkennen, daß ihr Selbstwertgefühl wohl nicht mehr auf Bewunderung und Gehorsam der Kinder basieren kann, sondern - für viele eine neue Erfahrung - nun aus ihnen selber kommen muß! *

Unsere, in vielen Jahren pädagogischer Arbeit gemachten Erfahrungen, veranlassen uns, Angebote zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlicher Lebensführung, anzubieten.

Ziele unserer sozialpädagogischen Angebote sind:

Unterstützung bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrundeliegenden Faktoren
die Hilfe bei der Lösung von Erziehungsfragen, sowie
Kriseninterventionen.

 Bei Kriseninterventionen sehen wir als vorrangige Ziele, die

Stabilisierung der emotionalen Streßsituation
die Verhinderung von Überreaktionen ( Suizid, Verletzungen, Gegengewalt)
sowie die
Einleitung konkreter Hilfs- und Schutzmaßnahmen an.

 * Dr. med. W.Willms, Verformungen der Seele, Verlag Mainz Aachen

 

Weitere Informationen unter info@berufsbetreuer.de
oder Tel.: 02424 90 11 20;  Fax: 02424 90 11 21

 

 

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