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by  Hans Engels

Nico-Net

Ihr Wegbereiter ins "soziale" Internet
Stand: 01.01.2009

 

Möglichkeiten der Prävention
in Schule und Jugendarbeit

 

Suchtvorbeugung, die sich auf die reine Informationsvermittlung über Drogen beschränkt, kann bei den Zielgruppen eher Neugier und Lust zum Konsum von Rauschmitteln wecken.

Um dem komplexen Vorgang einer Suchtentstehung gerecht zu werden, sind deshalb differenzierte Vorgehensweisen notwendig.

Als die in der Suchtvorbeugung besonders zu vermittelnden persönlichen Eigenschaften gelten:

- die Fähigkeit, Belastungssituationen und Probleme gut zu verarbeiten;
- gute Fähigkeit, Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen und zu halten;
- ein starkes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten;
- sensibler Umgang mit psychoaktiven Substanzen aller Art, einschließlich der Fähigkeit, Angebote von Dritten ablehnen zu können.

 

Diese lebenskompetenzorientierten Ansätze ( life-skills) gelten als die wirkungsvollsten Maßnahmen in der Prävention.

Die Prävention im Bereich des Ecstasykonsums ist grundsätzlich im Rahmen eines langfristig angelegten pädagogischen Gesamtkonzeptes zu setzen. Bezogen darauf kann es im Rahmen der Vermittlung und Förderung von Handlungskompetenzen auch um die Hervorhebung von Fähigkeiten gehen, das es z. B. Discobesuchern ermöglichen würde, ein suchtfreies Umgehen mit der Technokultur zu realisieren.

Zu diesen Kompetenzen zählt in erster Linie die Genusskompetenz.
Die Genussfähigkeit ist keine angeborene Fähigkeit, sondern bildet immer das Ergebnis von Lernprozessen, die mit der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen in Verbindung stehen.

Die Grenze zwischen genussvollem Umgang und unkontrolliertem Konsum von Drogen muss von der Zielgruppe erkannt werden, um der Gefahr der Abhängigkeitsentwicklung vorzubeugen.

Um Genusskompetenz vermitteln zu können, ist die Förderung sinnlicher Fähigkeiten bedeutsam.

Dazu gehört die Ausbildung differenzierter Sinneswahrnehmungen ebenso wie der Umgang mit und der Ausdruck von Emotionen.
Einen bedeutsamen Beitrag kann durch die Umsetzung erlebnispädagogischer Konzepte in Schule und Jugendarbeit geleistet werden. Das durch die Methode der Erlebnispädagogik geförderte aktive Erleben von nichtvorgegebenen Situationen und den damit verbundenen Anforderungen berücksichtigt sowohl die körperlichen Aktivitätsbedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen, als auch die Möglichkeit neuer Umwelt- und Sozialerfahrungen.
Auch der Umgang mit kreativen Medien und die Durchführung risikobetonter Sportarten trägt zur Förderung sinnlicher Fähigkeiten bei.

 

Bezogen auf das spezielle Umfeld des Ecstasykonsums (Disco- und Technokultur) lassen sich Angebote um Aktivitäten erweitern, die zu einer kreativen Auseinandersetzung mit der Technokultur und dem Konsum vermeintlich leistungssteigernder und kommunikationsfördernder Substanzen anregen können. Dazu gehören Bereiche wie Tanz und Bewegung, Umgang mit neuen Melodien, Erstellung eigener Technomusik o.Ä..

Durch eine reflexive Auseinandersetzung über die zugrundeliegenden Bedürfnisse kann eine Bereitschaft zum kritischen Überdenken des eigenen Konsumverhaltens gefördert werden.

Dieses Überdenken bildet die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Genussmitteln und muss bereits ab der frühen Kindheit vermittelt werden!

Die Förderung der Sinnlichkeit als Grundlage der Genussfähigkeit bildet somit einen wichtigen Bestandteil in der Suchtprävention und muss im pädagogischen Handeln in Elternhaus, Schule und Jugendarbeit eine stärkere Berücksichtigung finden.